Leben in dunklen Orten

Nach gefühlten tausend Stufen über eine Treppe, die direkt an der Straßenseite der Kirche liegt, kamen wir zu einer Stelle, an der wir über das Treppengeländer und auf einen winzigen Steg steigen mussten. Alles kalt und staubig.

Wir hatten gerade den Hinterraum der Orgel angesehen und gingen jetzt durch eine nicht sehr große Tür in den Raum des Dachbodens, der direkt über dem Kirchengewölbe liegt. Ein langer Steg aus Holzplatten mit einem neu angebrachten Geländer, ebenfalls aus Holz, erstreckt sich in einem langen Raum. An den Seiten, immer weiter nach unten gehende, verputzte Holzziegel. Neonlampen, die damals noch nicht da gewesen waren, spenden ein wenig Licht in den düsteren Raum. Keine Fenster. Kein Kontakt zur Außenwelt, bei dem leicht die Erinnerung an Sonnenlicht zu vergessen scheint.

Ein merkwürdiges, stummes Gefühl. Welche Lebensangst und Ausweglosigkeit damals in den Menschen geherrscht haben muss, um an so einem Ort „leben“ zu können.