Den Haag in der Zeit des Zweiten Weltkrieges

Die Niederlande waren im Bezug auf ihre Nachbarländer und insbesondere das nationalsozialistische Deutschland neutral. Am 10. Mai 1940 wurden sie von den deutschen Besatzern eingenommen.

Da die Niederlande nach einem großen Zerstörungsangriff auf Rotterdam 1940 schnell kapitulierten, blieb der Rest des Landes weitgehend unversehrt.
Das ist auch der Grund dafür, dass Rotterdam heute eher eine moderne Stadt mit vielen Neubauten ist und Städte wie Amsterdam oder Leiden vorwiegend noch aus traditionellen Backsteinhäusern bestehen.

Am 18. Mai 1940 ernannte Hitler einen neuen Reichskommissar für die Niederlande. Dieser leitete zum Beispiel den Bau des Atlantic Wall ein und lies fast 480.000 Niederländer in Zwangsarbeit für ihn und seine „Werke“ arbeiten. Außerdem vervolgte er alle Juden, Sinti und Roma in den Niederlanden, die dann in verschiedene Konzentrationslager gebracht wurden.

Im Juli 1940 wurde die „Nederlandse Unie“ gegründet. Sie akzeptierte die Besatzung als „nicht zu ändernde Tatsache“ und versprach die Zusammenarbeit mit den Besatzern, sollte aber auch einen Zulauf zur „Nationaal-Socialistische Beweging“ (NSB) verhindern.
1941 wurde die Vereinigung allerdings verboten.

Am 5. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht. Dieser Tag wird jedes Jahr immer groß als „Bevrijdingsdag“ (Befreiungstag) gefeiert.

In der Zeit vor dem Krieg lebten ca. 160.000 Juden in Holland, nach 1945 waren es nur noch ca. 30.000 Juden. Dies bedeutet, dass rund 75% der jüdischen Einwohner deportiert und umgebracht worden sind, viel mehr als in anderen westeuropäischen Ländern.

 

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